Danke! 30 Jahre Schenkungen

Sonderausstellung 2026

Geschichten vom Schloss Heidegg - erzählt in 30 Objekten

Die Schau rückt eine überraschende Vielfalt an Objekten aus dem 17. bis 20. Jahrhundert ins Licht: Von der fürstlichen Barockkommode zum Werbesackmesser, dem Schlafzimmerbild zum Schlossherrenporträt, der virtuos hingeworfenen Schlossskizze zur minutiös gestalteten Freischaren-Gedenktafel, vom Weihnachtsgeschenk der Queen zur vertonten Heidegger Sage.

Schloss Heidegg erhält regelmässig Schenkungsanfragen. Gute Chancen auf Annahme haben Objekte mit engem Heidegg-Bezug. Oft kommen Schenkungen erst nach einer gewissen Zeit zustande. Es braucht das Vertrauen, dass Objekte nicht selten im Museum besser aufbewahrt und an künftige Generationen überliefert werden können, als wenn sie in Privatbesitz verbleiben. Entscheidend ist, dass das Wissen um die Gegenstände bei der Übergabe dokumentiert wird. Von den Neuzugängen seit 1995 sind etliche dauerhaft im Schlossturm ausgestellt. Unter den übrigen Objekten schafften es jene in die Sonderausstellung, die mit spannenden Erzählungen zum Schloss aufwarten und authentisch die Beziehung der Schenkenden zu Heidegg ablesbar machen. Ohne die Neuzugänge wäre die über achthundertjährige Heidegg kulturhistorisch spürbar ärmer. Dafür sagen wir mit dieser Ausstellung: Danke!


Marietta und Fritz

Kabinettausstellung verlängert!

Eine Liebesgeschichte auf Postkarten

Verlängert: Die Kabinettausstellung zur Liebes- und Lebensgeschichte von Marietta und Fritz. 

Die Kammerzofe aus Sachseln und der bayrische Diener lernten sich 1904 im Schloss kennen. Sie verliebten sich sogleich und sandten einander in den folgenden Jahren 500 Postkarten, die kürzlich von den Nachfahren dem Schloss geschenkt wurden. Die liebevoll gestaltete Kabinettausstellung im 5. Stock gewährt sehr persönliche Einblicke in Freuden und Leiden von Bediensteten im frühen 20. Jahrhundert. Und in das faszinierende Massenmedium Ansichtskarte, den Multimedia Messaging Dienst vor 100 Jahren.

Statement einer Ausstellungsbesucherin:
“Die Geschichte von Marietta und Fritz ist nicht nur sehr charmant, sondern auch ein Lehrstück, wie einfache Leute sich in dieser Zeit der Umbrüche mit immer wieder neuen Erwerbsmodellen durchschlagen konnten. Von der Dienstbotenschaft beim alten Adel, der nicht ahnt, wie knapp er vor dem wirtschaftlichen Absturz steht, über den internationalen Luxustourismus, über flexible Jobs bis hin zu einer bürgerlich-sicheren Stellung als Familienversorger. Spannend.”


Die Heidegg Home Story

Frisch, froh, frech

Schloss Heidegg hat sich herausgeputzt und wartet mit besonderen Attraktionen auf.

Unter anderem mit Hör- und Lesegeschichten über das Glück und Elend der letzten Schlossbewohnerinnen.

Schloss Heidegg macht die Wohnräume der letzten adligen Familie, die das Gebäude besass, der Öffentlichkeit auf einmalige Weise zugänglich. Wer heute durch die sechs Zimmer des dritten Stockwerks geht, meint, die Bewohnerinnen seien eben erst verreist: Noch liegen neben dem Himmelbett von Caroline, Mutter von vier Töchtern, die das Schloss 1875 einem Gelfinger Bauern abkaufte, Schmerztabletten und Rosenkranz; das Porzellangeschirr im Esszimmer ist nicht weggeräumt; im Korridor, eingespannt in eine Schreibmaschine, steckt ein angefangener Brief – als wäre die Zeit stillgestanden.

Tatsache ist, dass die Pfyffer von Heidegg, die einst kein Fest ausliessen, ihr Juwel 1950 dem Kanton Luzern verschenkten, aus schierer Not, weil sie kein Geld mehr hatten - und dafür vom Staat eine jährliche Rente erhielten, die Luzern, Schnitter Tod wollte es so, nur drei Jahre lang zu entrichten hatte. Das Resultat der Neubelebung und -gestaltung, die Heidegg Home Story, ist geprägt von Charme und Liebe zum Detail und lässt sich sehen und hören: In allen sechs Räumen, vom Damen- bis zum Herrenzimmer, breiten die Pfyffer von Heidegg ihre Freuden und Nöte aus, gesprochen von professionellen Schauspielerinnen. Und Mathilde, die Älteste der Familie, gestorben vor über siebzig Jahren, ruft zu jeder vollen Stunde mit rauer Stimme in den Salon Jaune - und lacht und zankt mit Eltern und Schwestern, mal böse und gemein, mal scherzhaft und sanft: Die letzten Pfyffer von Heidegg (1875 bis 1953) packen ihre Geheimnisse aus - ein Vergnügen für Heutige jeden Alters.

Medien:

Zenit 3 2023, Tele1, Radio SRF, Luzerner Zeitung (online), Luzerner Zeitung (E-Paper), Seetaler Bote (E-Paper), Seetaler Bote (online)

Bildimpressionen eichenberger'szenografie

Plakat HEIDEGG HOME STORY

 

Statements:

Nebst der Show, die unglaublich gut dargestellt ist, vor allem durch die Beleuchtung der Bilder, sind die anderen Räume mit viel Liebe zum Detail gestaltet. (Paar, 70)

Guter Mix zwischen Interaktion und Geschichte. Die Kinder sind begeistert. (Begleitperson mit Kindern)

So toll gemacht. Genau so etwas hat es gebraucht, damit es lebendig erscheint. (Dame)

Einzigartig, sehr beeindruckend. (Herr, 40)

Das ist einfach phänomenal. (Herr, 70)

 


Turmkellergeschichten

Eine geheimnisvolle Inszenierung zu 800 Jahren Schlossgeschichte

Starten Sie Ihren Schlossbesuch mit einem animierten Raum-Hörspiel.

Ungewöhnlich ist der Ort: der über 800-jährige Turmkeller im ältesten Wohngebäude des Kantons Luzern.

Besucherstatements

"Ganz speziell, diese Art habe ich noch nie gesehen." (Dame, 60)

"S'isch super gsii, sie (die Kinder) sind mucksmüüsli schtill gsii. E super Idee, emol öppis ganz anders." (Eltern mit Kindern)

"Grossartig gemacht, auch das ganze Raumerlebnis, das man hat, ist grandios." (Mutter, 35)

Impressum


Kinder-Paradies

Der Dachstock, von dem Kinder träumen

Kinder-Estrich, Traumschloss mit KugelbahnInteraktive Kugelbahn, Kinder-Estrich Schloss Heidegg

Früher war hier die Gerümpelkammer der Schlossfamilie. Heute laden originelle, "schlossige" Spielanlagen Junge und Ältere bei jedem Wetter zu gemeinsamem, aktivem Verweilen.

Herzstück ist das legendäre Traumschloss mit Kugelbahn. Die Spielanlage für Kinder ist in ihrer Art und Grösse einzigartig. Sie besteht aus einer schlossartigen Installation mit drei elliptischen Ebenen, labyrinthischen Kriechgängen und einer geheimnisvoll leuchtenden, ausgeklügelten Kugelbahn. Kinder können hier Gänge und Durchgänge erkunden, Kugeln nach oben befördern und ihnen und den Klängen nachklettern, Wände versetzen ...

Weitere spannende Bereiche unter dem Schlossdach kommen hinzu: Von der Kissenschlacht über das Bauen von Burgen mit Softbausteinen, dem Hüpfen über Bachsteine wie im Burgtobel bis zur heimeligen Leseecke.


Ausstellungen und interaktive Angebote im Überblick

Beim Rundgang vom Keller bis zum Dach entdecken Sie auf allen Etagen Ausstellungen und interaktive Angebote, die Ihnen das Schlossleben vielfältig und lebendig näher bringen. Planen Sie Ihren Schlossbesuch mit unserem Handout für Lehrpersonen und andere Neugierige.


Sammlung Online

Glanzlichter aus der Sammlung

Auch ausserhalb der Öffnungszeiten können Sie hier online bemerkenswerte Museumsobjekte entdecken, darunter spannende Neuzugänge.

Die Sammlung wurde zum grössten Teil von 1875 bis 1953 durch die Besitzerfamilie Pfyffer von Heidegg zusammengetragen. Hinzu kommen immer wieder erfreuliche Schenkungen.

Sammlungskonzept Schloss Heidegg

Die Porträtsammlung der Familie Pfyffer von Heidegg macht das Selbstverständnis und die Selbstdarstellung einer Schweizer Ratsfamilie anschaulich. Die meisten abgebildeten Objekte sind im Festsaal und im Wohnmuseum zu sehen. Im Festsaal sind sie heute als Ahnengalerie chronologisch gehängt.

Im Wohnmuseum des 3. Obergeschosses zeigen Porträts Mitglieder des Zweigs Pfyffer von Heidegg, gemalt von den bedeutenden Luzerner Kunstmalern Joseph Reinhard um 1800, Xaver Schwegler in den 1870er Jahren sowie der Luzerner Porträtistin Mathilde de Weck-Mayr von Baldegg um 1900.

Im Schlossturm treffen Sie unter anderen alte Luzerner Möbel an. Die letzten Familienmitglieder Pfyffer waren stolz auf ihre Sammlung und konnten durch Verkäufe von Spitzenstücken in der Zwischenkriegszeit und während des Zweiten Weltkriegs finanzielle Engpässe überbrücken. Schloss Heidegg ist eines von wenigen Häusern im Kanton Luzern, das patrizische Wohnkultur bewahrt und zeigt. Eine Verpflichtung in einer Zeit, die historischen Möbeln in modern konzipierten Wohnungen kaum mehr einen Platz zugesteht. Literatur: Walter R.C.Abegglen und Sibylle E. Burckhardt: Das Luzerner Möbel, von der Spätrenaissance bis zum Biedermeier, Verlag Pro Libro, Luzern 2010. Erhältlich am Shop.

Credits: Porträts Gregor Meier, Merenschwand, Möbel Daniel Meyer, Luzern, übrige Objekte Schlossarchiv. Reproduktion nur mit vorgängiger schriftlicher Bewilligung des Schlosskurators und Quellenangabe Sammlung Schloss Heidegg.